Dienstag, 18. September 2012

Eine scharfe Leidenschaft - Feigen Chili Salsa



Neulich sind Norbert und ich zu einer Verkostung bei Freunden eingeladen worden. Eine Verkostung der besonderen Art: Apfel- Zwetschgen und Chili-Verkostung. Am letzten wirklich schönen und warmen Abend dieses Sommers, haben wir im Garten Eden, denn so muss er ausgesehen haben, an wunderschön aufgebauten Tischen, von der Vielfalt der Pflanzenwelt erfahren. Am meisten hat mich die Chili-Sammlung des Hausherrn beeindruckt.

Auf einer der vielen einladenden Bänke, mit Fotoalbum und Johannesbeersaft 
Rund ums Haus stehen Chili-Pflanzen, voll behangen mit Chilis in allen Größen und allen möglichen Farben. Um die 200 Sorten und 500 Pflanzen sollen es sein. Von teuflisch scharf bis mild durften wir auch einige verkosten. Wie Blumen stehen die Chilipflanzen zur Zierde auch auf der Terrasse.

Im Vordergrund die Vielfalt, hinten grau eingefärbt, die Monokultur unserer Apfel-Plantagen
Die meisten Chilis verspeist der Hausherr selbst, im rohen Zustand. Er sagt mir, dass es Gewohnheit ist, scharf zu essen. Südamerikaner, auch Völker in Afrika aber auch Asien essen noch viel schärfer. Mit der Reife der Chilis nimmt die Schärfe zu, bei Überreife nimmt sie wieder ab, wobei, wie von mir fälschlicherweise angenommen, die Schärfe nicht in den Samen steckt, sondern in den Scheidewänden.
 
Von klitzeklein bis ziemlich groß, runde und lange Chilis 

Alle Chilis schön beschriftet. Hier Habaneros gelb und rot.

Grüne Chilis sind immer unreif, ein wenig bitter und nicht so scharf.

Die Glocke: diese Frucht hat mir besonders gut gefallen und sie ist für einen Chili ziemlich mild.
Aber auch die Vielfalt an anderen Obst- und Gemüsesorten ist beeindruckend: Äpfel, Feigen, Zwetschgen, Tobinambur.... Von den Äpfeln und Zwetschgen haben wir leider kein Foto gemacht. Der Hausherr erzählt, dass es um die Jahrhundertwende des 18 Jh. und des 19 Jh. in Österreich 2500 Sorten Äpfel gegeben haben soll. Er besitzt ca. 100 Sorten, die wir lang nicht alle verkosten können. 

Es stehen viele verschiedene Kräuter in Töpfen herum, die nur darauf warten abgezupft zu werden
Die Tomaten hat, wenn ich es richtig verstanden habe, die Hausherrin, über. Auch hier eine Vielfalt, die fast nicht überschaubar ist. An die 160 verschiedene Tomatensorten sollen es sein.

Im rohen Zustand, als Sugo, in Quiches.... werden die Tomaten verzehrt

Mit so einem Arrangement als Geschenk, hätte ich mehr Freude als an Blumen
Im Herbst kommt dann die schwierige Aufgabe, einige der Kübelpflanzen ins Glashaus zu verfrachten. Die Auswahl, welche zum Überleben in die Wärme gestellt werden und welche dem Frost überlassen werden, ist nicht leicht, ist schon fast eine Qual.
Auf die Frage, was der Beweggrund dieser Passion ist, kommt die Antwort: Vielfalt. Übrigens der Hausherr ist kein Bauer. All dies ist ein Hobby des Paares.
Ich habe versucht eine der Pasten zu zubereiten, welche wir an diesem Abend gegessen haben.

Reife Feigen und ein, wenn möglich, reifer Chili (nicht wie hier) und ein wenig Salz sind die Zutaten. Ich schäle die Feigen, viertel sie, wasche den Chili, entferne den Stiel, zerkleinere ihn ein wenig, gebe alles in den Becher des Mixstabes, mit ein wenig Salz und püriere es, bis eine Paste entsteht. Für Kenner passen
viele Sorten der relativ milden Art Capsicum Baccatum, unter anderem der 'Lemon Drop', eine spritzige, nach Zitrone schmeckende Sorte, aber auch die Glocke, welche man auf den Fotos oben sieht. Wenn man es sehr scharf haben möchte, dann können auch die exotischer schmeckenden Sorten der Art Capsicum Chinense, z.B. die verschiedenen Habaneros, verwendet werden.
Außerdem kann eine sämige Tomate, aber auch ein Schuss gutes Olivenöl und Balsamicoessig das Ganze geschmacklich abrunden.

Zu Käse, aber auch nur mit Brot, schmeckt diese Paste sehr gut. Meine Paste hat einen leicht bitteren Geschmack, wegen des grünen Chilis. Das nächste Mal hole ich mir einen Chili beim Experten.

1 Kommentar:

  1. Alles eine "WUCHT", die Bilder, Früchte, die Chilies und erst die Paste, bin schon mit einem Fuß
    in der Küche, die muss ich sofort ausprobieren.LG Ingrid

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