Ich habe aber ein Rezept mitgebracht. Ich versprach es einigen Teilnehmerinnen von einem meiner Kochkurse. Apfelstrudel geht bei uns immer. Im Herbst, wenn es frische Äpfel gibt und jetzt wo die "alten" zu verbrauchen sind. Ich habe schon einen Apfelstrudel in meinem Repertoire: hier und einen salzigen Ziehteig gibt es auch.
Die halbe Welt behauptet, der Apfelstrudel gehört mit Ziehteig. Das Problem vom Ziehteig ist der Tag danach. Dann ist dieser gerne zäh und das mag ich nicht.
Deshalb habe ich lange herum gebastelt und einen mürben Ziehteig erfunden. Gibt es bestimmt auch schon lange, ich habe nur nie kein Rezept gefunden. Frau weiß sich halt selbst zu helfen.
Apfelstrudel mit mürbem Ziehteig
Zutaten für 1 großen Strudel:
- 340 g Weizenmehl
- 80 g zerlassene, lauwarme Butter
- 90 g lauwarmes Wasser
- 1 Prise Salz
- 1 Ei
- 1 TL Apfelessig
- 1 kg Äpfel, säuerliche
- 70 g Zucker
- 50 g Walnüsse
- 30 g Rosinen
- wenig Abrieb einer Zitronenschale
- 1/2 TL Zimt
- 50 g Butter zerlassen
- Staubzucker
- Ich gebe alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel und knete sie zügig zu einem geschmeidigen Teig. Ich knete ungefähr 10 Minuten. Diese Arbeit kann auch eine Küchenmaschine erledigen.
- Ich wickle den Teig in ein Stück Klarsichtfolie und lasse ihn 30 Minuten, bei Raumtemperatur, ruhen und entspannen.
- In der Zwischenzeit schäle ich die Äpfel und hoble sie in dünne Scheiben. Noch kommt nichts dazu.
- Ich fette das Backblech ein. Immer wieder mache ich den Fehler und lege unter irgendeinen Strudel die Silikonmatte. Darauf darf ich nicht schneiden und muss, um mir ein Stück warmen Apfelstrudel zu gönnen, alles möglich erdenken:) Das Blech ist aus Email und ist schnitt und kratzfest.
- Ich heize den Backofen auf 180° C Ober und Unterhitze vor.
- Ich lege ein Geschirrtuch bereit, streue ein bisschen Mehl darauf und beginne den Teig zu ziehen: er heißt ja auch Ziehteig. Ich habe festgestellt, dass er besser wird, wenn man ihn wirklich von Anfang an zieht und nicht am Anfang etwas ausrollt. Aber vielleicht ist das auch nur bloße Einbildung. Gezogen wird mit den Handrücken, wie man auf dem Foto unten sieht.
- Er wird nicht ganz so dünn gezogen wie normal ein Ziehteig. Zweidrittel der Teigfläche bestreiche ich mit einem Teil der zweiten zerlassenen Butter. Die Fülle mische ich erst jetzt, weil sie mir sonst zu wässrig würde. Ich gebe sie auf den Teil des Teiges, der nicht mit Butter bestrichen ist und rolle von dieser Seite aus, mithilfe des Geschirrtuches, einen Strudel. Diesen hebe ich auch mit dem Tuch auf das Blech.

Weiter hinten ist er mir ein wenig dünn geraten. Dort ist er mir dann beim Backen auch aufgebrochen. - Ich pinsle den ganzen Strudel mit zerlassener Butter ein und schiebe ihn in die Mitte des Backofens. Er braucht ungefähr 30-40 Minuten. In dieser Zeit wird der Strudel in Abständen von ungefähr 10 Minuten immer wieder mit Butter bestrichen. Dafür nehme ich den Strudel jedesmal aus dem Ofen.
Ein Löffelchen Sauerrahm zum warmen Apfelstrudel, der kräftig mit Staubzucker bestreut wurde, ist der Lohn für getane Arbeit.







